„Jeder Zahn wurzelt im Menschen“

Unsere Zähne – Abbild unseres Körpers

BOULEVARD im Gespräch mit Dr. med. Marion Fitzner.Die naturheilkundlich und ganzheitlich tätige Zahnärztin aus der Rhön spricht über die erstaunlichen Zusammenhänge und Wechselbeziehungen zwischen den einzelnen Zähnen und dem gesamten Organismus des Menschen.

image

 
 
Frau Dr. med. Marion Fitzner ist seit 1978 Zahnärztin.
Sie promovierte 1985 zum Dr. med. und arbeitet seit 1990 in ihrer eigenen Praxis in Stadtlengsfeld (Rhön). Von Anfang an legte sie großen Wert auf die ganzheitliche Behandlung ihrer Patienten. Heute behandelt auch ihre Tochter Christine Eickhorst, die 2006 am Universitätsklinikum Hamburg ihr Examen als Zahnärztin erfolgreich absolvierte, nach dem ganzheitlichen Prinzip in der Praxis.

 

Was unterscheidet die ganzheitlich zahnärztliche von der herkömmlichen, schulmedizinischen Behandlung?

Dr. Fitzner: Kranke Zähne können uns nicht nur lokal Schmerzen bereiten, sondern im gesamten Organismus Schaden anrichten. Die alten Chinesen kannten diese Wechselwirkung zwischen Zahn, innerem Organ bzw. strukturellem Abschnitt und Seele. Heute meist noch belächelt, lassen sich diese Zusammenhänge aber durchaus mit modernen Analyseverfahren bestätigen.
Der klassische Schulmediziner beachtet aber diese Wechselwirkung meist nicht. Karies und Parodontose werden als Folge örtlicher Schadeinwirkung gesehen. Schlechte Mundhygiene und falsche Ernährung werden als Ursache angesehen.
Das ist auch richtig. Aber an jedem Zahn hängt auch noch ein bisschen Mensch.
Und wenn z. B. ein Eckzahn trotz verschiedener, bester zahnärztlicher Maßnahmen keine Ruhe geben will, so denken wir naturheilkundlich tätigen Zahnärzte eben daran, dass dies auch ein „ Hilferuf der Leber“ sein kann.
Selbst, wenn der Eckzahn nach vielfältigen Behandlungen „ Ruhe“ gibt und sich dort ein „ stummer Herd“ ausbildet, ist der Eckzahn das Ventil für die Leber.
Im umgekehrten Fall können Störungen an Zähnen oder Kiefer aber auch zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen des gesamten Körpers führen und verantwortlich sein für Beschwerden wie Rückenschmerzen, Migräne, Angstzustände und/oder verschiedene andere Symptome im Körper.

 

Warum sind diese Tatsachn so wenig bekannt?

Dr. Fitzner: In der Medizin und Zahnmedizin wurde bisher meist nur eine Symptombehandlung bevorzugt.
Ursachenforschung und Ursachenerkennung wurden vernachlässigt. Oft wurden Medikamente verabreicht, die zwar Schmerzen unterdrücken, jedoch zu keiner Heilung beitragen und so den Organismus durch die Nebenwirkungen außerdem noch erheblich zusätzlich belasten.
Langsam aber fängt ein Umdenken an.
Immer mehr Patienten fragen nach alternativen Behandlungsmethoden. Es ist somit für den Arzt bzw. Zahnarzt und auch den Patienten sehr wichtig, die Beziehung der Zähne zum übrigen Organismus zu kennen. Nur so können bedeutende Rückschlüsse gezogen werden.

 

Wie wird der jeweilige Zusammenhang erkannt und bestimmt?

Dr. Fitzner: Jeder „ beherdete“ Zahn kann prinzipiell überball hin streuen, aber die korrespondierende Zuordnung, z. B. nach Dr. med. Mag. phil. Christian Kobau (siehe Abbildung Tabelle) kann eine wertvolle Hilfestellung bei der Ursachenforschung von Krankheiten sein.

image
In Anlehnung an Dr. med. Mag. phil. Christian Kobau – Übersicht der wichtigsten Wechselbeziehungen der Zähne zum Organismus. (Auszug: Beispiel Oberkiefer links)