Prophylaxe in der Schwangerschaft - der beste Start für Mutter und Kind

 

imageDie Schwangerschaft ist eine Zeit der Umstellung, die für die werdende Mutter jede Menge Fragen, Hoffnungen und vor allem körperliche Veränderungen mit sich bringt. Mit der richtigen Prophylaxe zu Hause und in der Zahnarztpraxis kann man unterschätzten Risiken vorbeugen und gleichzeitig den Grundstein für gesunde Zähne des Kindes legen.
Die beiden Zahnärztinnen aus der Rhön Dr. Marion Fitzner und Christine Eickhorst erklären heute, worauf die Patientinnen dabei achten sollten und geben wertvolle Tipps.

 

 

 

 



Gesunde Zähne trotz Schwangerschaft - kein Problem mit gründlicher Pflege und regelmäßiger Vorsorge.


Der Volksmund sagt: „Schlechte Zähne (Karies) werden vererbt" und „Jede Schwangerschaft kostet die Mutter einen Zahn". Können Sie das bestätigen?

Dr. Marion Fitzner: Das muss nicht so sein. Karies und Parodonti-tis sind Infektionskrankheiten, die nicht vererbt werden, sondern deren Erreger erst nach der Geburt vom Mund der Eltern über den Speichel in die Mundhöhle des Kindes gelangen.
Zahnfleischprobleme, die im Extremfall auch zum Zahnausfall führen können, entstehen durch hormonelle Umstellungen in der Schwangerschaft. Durch diese Umstellungen ist das Zahnfleisch für Entzündungen viel anfälliger als sonst (Schwangerschaftsgin-givitis). Diese Entzündungen gefährden nicht nur die Zähne der werdenden Mutter, sondern auch die Gesundheit des Kindes. Sie können sogar zu mindergewichtigen Säuglingen oder gar zu einer Frühgeburt führen. Darum ist es besonders wichtig, sich in der Schwangerschaft bei einer Parodontitis sofort behandeln zu lassen!


Worauf sollten die werdenden Mütter außerdem achten und was können sie selber vorbeugend tun?

Christine Eickhorst: Gerade in der Schwangerschaft sollten die Zähne noch gründlicher und öfter als sonst gereinigt werden. Mit einer intensiven Mundhygiene und vorbeugender Behandlung beim Zahnarzt (u. a. Prophylaxe) kann man schwanger-schaftsbediningten Zahnfleischproblemen entgegenwirken, so dass sie schnell wieder abklingen.
Um den Brechreiz zu verhindern, sollten Zähne möglichst nicht auf nüchternen Magen geputzt werden. Bei auftretendem Würgereiz kann eine kleine Kinderzahnbürste zum Putzen verwendet werden, notfalls ganz ohne Zahnpasta. Manchmal beruht das Erbrechen nur auf einem Zinkmangel, hier sollte die Patientin Rücksprache mit ihrem Arzt halten.
Sollte die herkömmliche Art der Reinigung nicht möglich sein, kann für eine befristete Zeit eine medizinische Mundspüllösung angewendet werden. Nach einem Erbrechen sollten die Zähne nicht sofort geputzt werden, denn der Zahnschmelz ist dann durch die Magensäure angeraut. Also lieber den Mund erst einmal mit lauwarmen Wasser oder einer Mundspüllösung ausspülen.

Wie kann die junge Mutter von Anfang an die gesunde Zahnentwicklung ihres Kindes unterstützen?

Dr. Marion Fitzner: Schon zwischen der achten und zehnten Schwan gerschaftswodie werden beim Kind die ersten Anlagen der späteren Milchzähne gebildet. Eine nährstoffreiche Ernährung der werdenden Mutter ist daher besonders wichtig, damit das kommende Baby später gesunde und kraftige Zähne hat. Christin? Eickhorst: Des Weiteren sollten die jungen Eltern darauf achten, dass sie keine Kariesbakterien an ihr Kind übertragen So sollten sie ei von Anfang an vermeiden, den Nuckel des Kindes abzulecken oder den Sauger der Nuckelflasche selbst in den Mund zu nehmen, um die Temperatur der Milch zu testen. Das Gleiche gilt für das „Vorkosten" beim Füttern mit dem Löffel. Eine Temperaturprobe der Babynahrung kann man zum Beispiel auch auf dem Handrücken durchführen


imageFrau Dr. med. Marion Fitzner ist seit 1978 Zahnärztin. Sie promovierte 1985 zum Dr. med. und arbeitet seit 1990 in ihrer eigenen Praxis in Stadtlengsfeld (Rhön).

imageChristine Eickhorst studierte Zahnmedizin an der Uni Hamburg und praktiziert als Zahnärztin in der Praxis ihrer Mutter Dr. Marion Fitzner in Stadtlengsfeld.